Gewaltschutz & Prävention

Erfahrungen aus der Beratungsstelle des Frauenservice

Gewalterfahrungen in ihren engsten Beziehungen gehören leider immer noch für viele Frauen zum Alltag. Gewalt selbst kennt keine Grenzen, weder in geographischer, sozialer noch in kultureller Hinsicht. Jede 5. Frau in Österreich wird im Laufe ihres Lebens Opfer von psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt. Aber nur einer von drei Fällen häuslicher Gewalt wird in Österreich zur Anzeige gebracht.

 

Im Frauenservice arbeiten wir gemeinsam mit Ihnen an einem Weg und einer Perspektive um aus der Gewaltbeziehung aussteigen zu können, auch wenn Sie keine Anzeige machen können oder wollen. Dabei können wir sowohl soziale, als auch juristische und psychologische Beratung an einem Ort anbieten.

 

Themen in der Beratung:

  • Psychische, physische, strukturelle und sexuelle Gewalterfahrungen
  • Wie kann ich mich vor Gewalt schützen?
  • Strategien und Auswege aus gewaltvollen Beziehungen
  • (Cyber)Mobbing & Stalking
  • Vermittlung an Schutzeinrichtungen wie Gewaltschutzzentren und Frauenhäuser etc.
  • Cybergewalt
  • Hass in sozialen Medien

 

>>zum Beratungsangebot im Frauenservice Graz

 

>> weitere wichtige Anlaufstellen im Falle von Gewalt:

 

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen - 25. Novemer 

Das Frauenservice Graz bietet jedes Jahr rund um den 25. November die Möglichkeit, sich bei einer unserer Veranstaltungen in vielfältiger Art und Weist mit dem Thema patriarchaler Gewalt auseinanderzusetzen, sich mit Expert:innen und anderen Personen auszutauschen und gemeinsam das Bewusstsein für die Notwendigkeit zu stärken, dass patriarchale Gewalt in unserer Gesellschaft nach wie vor ein brenndendes Thema ist.

Hier einige Auszüge aus unseren Veranstaltungen zur Gewaltprävention:

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Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
Online-Gedenken | virtuelle interaktive Ausstellung | Online-Redebeiträge

Aktiv gegen Gewalt an Frauen! ... und welche Rolle spielst DU?
25. November 2021 

Im laufenden Jahr sind bereits 26 Frauen in Österreich von Ihrem (Ex-)Partner ermordet worden. Jede 5. Frau in Österreich ist im Laufe Ihres Lebens von patriarchaler Gewalt betroffen. Auch in unserer Beratungsstelle suchen regelmäßig Frauen, die Beziehungsgewalt erlebt haben, Unterstützung.

Gemeinsam mit den Partnerinnen des Netzwerks der Steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen wirft das Frauenservice dieses Jahr die Frage auf, welche Zusammenhänge es zwischen gesellschaftlicher Ungleichheit und dem erschütternden Ausmaß von Gewalt gegen Frauen gibt.

In Kooperation mit Schülerinnen der HLW Schrödingerstraße haben wir Stimmen von Passant:innen am Lendplatz eingefangen, die Betroffenheit, Zivilcourage aber auch Perspektiven für unsere Gesellschaft aufzeigen.

Die Ergebnisse dieser generationenübergreifenden Auseinandersetzung werden im Rahmen einer interaktiven Online-Ausstellung am 25. November 2021 öffentlich präsentiert, die auch Teilnehmer:innen einlädt, sich aktiv einzubringen.
 

Programm:

  • 10:30 - 11:00 h - Virtuelle interaktive Ausstellung mit - Stimmen vom Lendplatz gegen Gewalt.
    Wir freuen uns über Ihre Wortmeldungen und Kommentare zum Thema im Zoom-Chat.
  • 11:00 - 12:00 h - Videostatements von Landesrätin Mag.a Doris Kampus, Landesrätin Dr.in Juliane Bogner-Strauß . Live-Redebeiträge und Online-Diskussion auf ZOOM: Das Frauenservice diskutiert über die Zusammenhänge gesellschaflticher Ungleichheit von Frauen und patriarchaler Gewalt. Wir präsentieren gemeinsam mit Schülerinnen der HLW-Schrödingerstraße die Ergebnisse von 60 Straßeninterviews am Lendplatz und diskutieren mit Ihnen über gesellschaftliche Lösungsansätze und Zivilcourage.

 

Wann: Do, 25.11.2021 - 10:30 - 12:00 h
Wo: Online

Kontakt:
Telefon: 0316 71 60 22
E-Mail: office(at)frauenservice.at

Gefördert von
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Sujet der Kampagne Es passiert bevor es passiertGemeinsam setzen die steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen ein markantes Zeichen: „Gewalt wird nur dann sichtbar, wenn sie als solches benannt wird!“
Mit der Kampagne unter dem Titel „ES passiert, bevor ES passiert“ sollen betroffene Frauen und Mädchen sowie ihr nahes familiäres bzw. soziales Umfeld auf mögliche „Vorzeichen“ von Gewalteskalation aufmerksam gemacht werden.

Gewaltprävention im Frauenservice 

Warum?

  • Die Zahl der Frauenmorde durch (Ex-)Partner, ist in Österreich von 19 im Jahr 2014 auf 41 im Jahr 2018 gestiegen, 2020 wurden bis zum 2.11. zwanzig Frauen getötet und 21 waren von Mordversuchen betroffen, seit 2012 liegt die Anzahl der Wegweisungen durch die Polizei in Österreich konstant über 8000. (Quelle: Verein der Autonomen Frauenhäuser Österreich, Factsheet Gewalt an Frauen (2019). Im Jahr 2021 ist die Zahl der Frauen, die gestorben sind, weil sie der (Ex-)Partner ermordet hat, bereits auf 25 angestiegen.
  • 70 % der Morde an Frauen finden in der Gefahrenzone Trennung statt (Quelle: Justine Glaz-Ocik & Jens Hoffman, Gewaltdynamiken bei Tötungsdelikten an der Intimpartnerin (2011); Studie am Institut für Bedrohungsmanagement.
  • Jede 7. Frau, die  in die Beratungsstelle des Frauenservice kommt, ist akut von körperlicher, psychischer oder struktureller Gewalt betroffen (Stand 2021)
  • Ca. 30 % dieser von Gewalt betroffenen Klientinnen haben ihre Erfahrungen zuvor noch bei keiner anderen Stelle oder Behörde gemeldet. Erst im vertraulichen und anonymen Setting werden Erfahrungen geäußert.  Schuld, Scham und Unbewusstheit verhindern oft frühzeitiges Intervenieren.

Gewaltprävention durch die Steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen 

Das Netzwerk der 10 Steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen betreibt an 18 Orten in der gesamten Steiermark Beratungsstellen, die Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige sind.

  • unterstützt von der zuständigen Frauenlandesrätin Ursula Lackner
  • und Handelsunternehmen SPAR Steiermark an 240 Standorten


Im internationalen Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ vom 25.11. – 10.12.  wird weltweit jährlich beginnend vom Internationalen Gedenktag für Opfer von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, dem 25. November, bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam gemacht.

 


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Es passiert bevor es passiert - Flyer der Kampagne

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