Nachschau: 16 Tage gegen Gewalt an Frauen 2025
Kerzenlicht-Gedenken an Femizid-Opfer beim Kunsthaus

Im Rahmen der 16 Tag gegen Gewalt an Frauen bot das Frauenservice Graz in Kooperation mit dem Kunsthaus die Möglichkeit, die Trauer für die Opfer mit Mut und Hoffnung für die Zukunft zu verbinden. Mehr als 150 Menschen aller Geschlechter nutzen diese Möglichkeit, um getöteter Freund:innen, Nachbar:innen, Kolleg:innen und Verwandten und all jener Frauen zu gedenken, die in den vergangenen Jahren durch Männer aus ihrem nächsten Umfeld aus dem Leben gerissen worden sind.
Gedenken bei Kerzenlicht für die Todesopfer patriarchaler Gewalt – 124 Kerzen für Femzidopfer
Im laufenden Jahr waren bis Ende November bereits 15 Frauen* von ihrem (Ex-)Partner getötet worden. Mehr als 35 Frauen* haben schwere körperliche Gewalt überlebt. In den vergangenen 5 Jahren sind mehr als 124 Frauen in Österreich von Männern aus ihrem nächsten Umfeld ermordet worden.
Patriarchale Gewalt macht vor keinem Alter halt
Was immer wieder erschüttert ist, dass die tödliche Gewalt auch immer mehr Frauen höheren Alters bedroht. In ihrem Redebeitrag erinnerte Anna Majcan, Sprecherin des Grazer Frauenrats, an die vielen Femizidopfer, die teils in hohem Alter von ihrem Partner getötet worden sind. Andreja Hribernek, die Leiterin des Kunsthauses, betonte die Bedeutung, die das Gedenken für ihr Haus hat, das als Kunstintituion auch zu seiner wichtigen gesellschaftlichen Rollte steht.
Birgit Penker, die Geschäftsführerin des Frauenservice dankte allen Teilnehmenden und insbesondere den Pädagog:innen und Schüler*innen der HLW Schrödingerstraße, die Gedenkkerzen und Silhouetten im Unterricht erarbeitet hatten, für ihr Engagement.
Wir wollen bei einem Gedenken an die Opfer ein Zeichen gegen patriarchale Gewalt setzen und all jenen Mut machen, die den Ausstieg aus Gewaltbeziehungen versuchen möchten.
Mutmachkino - „Les invisibles - Der Glanz der Unsichtbaren",
Mit dem im Anschluss an das Gedenken gezeigten Film "Les invisibles – Der Glanz der Unsichtbaren (Regie L.J. Petit, Frankreich, 102 Min) über mutige Sozialarbeiterinnen, die gemeinsam mit den wohnungslosen Besucherinnen einer Tagesstätte völlig neue Wege beschreiten, um mit Engagement und Humor aus einer scheinbar hoffnungslosen Situation auszubrechen, wollen wir Mut machen, Gewalt und scheinbar aussichtslose Situationen nicht einfach hinzunehmen. Im inspirierenden Spielfilm von L.J Petit kämpfen wohnungslose Frauen in einer nordfranzösischen Stadt darum, nicht länger übersehen zu werden. Als ihr Tageszentrum geschlossen werden soll, stellen sie sich gemeinsam mit den Sozialarbeiterinnen gegen ein System, das sie systematisch als Menschen ausschließt.
Das Bild dieser Frauen wird bleiben, großartig!“ Le Monde
Mit Mut, Witz und unerschütterlicher Solidarität fordern sie ihren Platz in der Gesellschaft zurück. Der vielschichtige Film zeigt, wie Widerstand und Zusammenhalt entsteht und Menschlichkeit selbst unter widrigsten Umständen aufblühen kann.
Hier geht es zum Filmtrailer von "Les invisibles": https://www.youtube.com/watch?v=VRQ1cOucLiM
Die Veranstaltungseilnahme ist kostenlos. Alle Geschlechter sind willkommen.
Gefördert von Land Steiermark. Anmeldung nicht erforderlich.
Veranstaltet von Frauenservice & Kunsthaus Graz
Infos & Kontakt:
Veranstaltungsflyer : zum Download
>> Die Eindrücke unserer Gedenkveranstaltungen der vergangenen Jahre finden Sie hier...
Gefördert im Rahmen der Round Tables des Netzwerks der Steirischen Frauen & Mädchenberatungsstellen von:

Veranstaltung co-finanziert von:

Frauen, Familie, Integration

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10 Tipps für Zivilcourage - Tu was, bevor e.s. passiert!
Unsere Postkarten & Plakatkampagne 2022

Die Steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen wollen die Bevölkerung zur Zivilcourage ermutigen. „Tu was, bevor ES passiert!“ ist 2022 das Motto der Kampagne im Zuge der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“.
Im gesamten November werden an 48 ÖBB-Bahnhöfen und 93 Standorten steiermarkweit aussagekräftige Plakate hängen. Zusätzlich werden Flyer mit Tipps zur Gewaltprävention und Zivilcourage aufgelegt.
Das können wir alle tun:
- Vertraue deinem Bauchgefühl
- Überlege, aber zögere nicht zu lange
- Hol dir Rat bei Expert:innen
- Sprich darüber und such Verbündete
- Biete Unterstützung an
- Gib Informationsmaterial weiter
- Zeig Verständnis - übe keinen Druck aus
- Bleib dran - beobachte aufmerksam
- Ruf in Notsituationen die Polizei
- Übernimm Verantwortung und achte auf Deine Grenzen
Gewalt ist keine Privatsache!
Es passiert bevor ES passiert

Gewaltprävention im Frauenservice
Warum?
- Die Zahl der Frauenmorde durch (Ex-)Partner, ist in Österreich von 19 im Jahr 2014 auf 41 im Jahr 2018 gestiegen. Seit 2012 lag die Anzahl der Wegweisungen durch die Polizei in Österreich konstant über 8000, seit 2021 sogar über 11.000 .
- 70 % der Morde an Frauen finden in der "Gefahrenzone Trennung/Scheidung" statt (Quelle: Justine Glaz-Ocik & Jens Hoffman, Gewaltdynamiken bei Tötungsdelikten an der Intimpartnerin (2011); Studie am Institut für Bedrohungsmanagement.
- Im Schnitt ist jede 7. Frau, die in die Beratungsstelle des Frauenservice kommt, ist akut von körperlicher, psychischer oder struktureller Gewalt betroffen.
- Ca. 30 % dieser von Gewalt betroffenen Klientinnen haben ihre Erfahrungen zuvor noch bei keiner anderen Stelle oder Behörde gemeldet. Erst im vertraulichen und anonymen Setting werden Erfahrungen geäußert. Schuld, Scham und Unbewusstheit verhindern oft frühzeitiges Intervenieren.
Gewaltprävention durch die Steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen
Das Netzwerk der 10 Steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen betreibt an 18 Orten in der gesamten Steiermark Beratungsstellen, die Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige sind.
- unterstützt von der zuständigen Frauenlandesrätin Ursula Lackner
- und Handelsunternehmen SPAR Steiermark an 240 Standorten
Im internationalen Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ vom 25.11. – 10.12. wird weltweit jährlich beginnend vom Internationalen Gedenktag für Opfer von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, dem 25. November, bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam gemacht.
Erfahrungen aus der Beratungsstelle des Frauenservice
Gewalterfahrungen in ihren engsten Beziehungen gehören leider immer noch für viele Frauen zum Alltag. Gewalt selbst kennt keine Grenzen, weder in geographischer, sozialer noch in kultureller Hinsicht. Jede 5. Frau in Österreich wird im Laufe ihres Lebens Opfer von psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt. Aber nur einer von drei Fällen häuslicher Gewalt wird in Österreich zur Anzeige gebracht.
Im Frauenservice arbeiten wir gemeinsam mit Ihnen an einem Weg und einer Perspektive um aus der Gewaltbeziehung aussteigen zu können, auch wenn Sie keine Anzeige machen können oder wollen. Dabei können wir sowohl soziale, als auch juristische und psychologische Beratung an einem Ort anbieten.
Themen in der Beratung:
- Psychische, physische, strukturelle und sexuelle Gewalterfahrungen
- Wie kann ich mich vor Gewalt schützen?
- Strategien und Auswege aus gewaltvollen Beziehungen
- (Cyber)Mobbing & Stalking
- Vermittlung an Schutzeinrichtungen wie Gewaltschutzzentren und Frauenhäuser etc.
- Cybergewalt
- Hass in sozialen Medien
>>zum Beratungsangebot im Frauenservice Graz
>> weitere wichtige Anlaufstellen im Falle von Gewalt:
- Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 / 222 555
- Polizei - Notruf: 133
- Gewaltschutzzentrum Graz: +43 316 / 77 41 99
- Frauenhäuser Graz/Kapfenberg: +43 316 / 42 99 00

