Seiteninhalt

Tagungsdokumentation: Vorträge

Die Vorträge und Infos zu den Referent*innen

 

Audio-Mitschnitte aus den Vorträgen gibt es in der Sendung von Radio Helsinki:
30 Jahre Frauenservice >>

 

Mag.a Dr.in Christine M. Klapeer: Queer, feministisch, frauenbewegt - ein (un)produktives Spannungsverhältnis?!

Anhand der drei umkämpften und immer wieder im Spannungsverhältnis stehenden Begriffe queer, feministisch, frauenbewegt sollen aktuelle Konfliktlinien, Ambivalenzen und Herausforderungen hinsichtlich der Bedeutung und im Umgang mit der Kategorie „Geschlecht“ in frauenspezifischen Kontexten diskutiert werden. Dabei werden aktuelle (Bedeutungs-)Kämpfe um Geschlechterkonzeptionen als produktive und inspirierende Momente für feministische/queere/frauenbewegte Praxen analysiert, da diese unseren Blick für die Vielschichtigkeit von Geschlechterungleichheit(en) schärfen und Formen der Ausschließung, Diskriminierung und Marginalisierung offenlegen können.

 

Christine M. Klapeer, feministische Politikwissenschaftlerin mit (nicht nur) transdisziplinär-queeren Leidenschaften ist derzeit am Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien im Bereich Geschlechterverhältnisse, Körperpolitiken, Sexualitäten tätig. Aktuell befasst sie sich u.a. mit Sexualitäts-, Geschlechter- und Rassekonstruktionen in der Entwicklungszusammenarbeit, mit problematischen Implikationen von (sexuellen) Menschenrechtsansätzen für feministische/queere LGBTIQ-Politiken sowie mit der Erfassung von sozioökonomischen Formen der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Trans*Personen. Ihre jüngste Publikation ist im Mai 2014 unter dem Titel „Perverse Bürgerinnen. Staatsbürgerschaft und lesbische Existenz“ beim transcript Verlag erschienen. Außerdem ist sie seit Jahren als Aktivistin, Kultur- und Bildungsarbeiterin in unterschiedlichen feministischen/lesbischen/queeren Kontexten tätig.

FS-Tagung 016 klein

 

 

 

Hinrich Rosenbrock, M.A.: Antifeminismus: Männer zwischen Opfermythos und Emanzipation

Mehr und mehr Männer fühlen sich als das neue benachteiligte Geschlecht. Teilweise äußert sich dieses Gefühl in extremen Aggressionen. Doch was ist dran an derDebatte um Männer-Benachteiligung? Welche Probleme gibt es tatsächlich, was sind die Ursachen hierfür und gibt es konstruktive Lösungsansätze?

 

Hinrich Rosenbrock arbeitet am Institut für Soziologie der Philipps-Universität Marburg. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkt sind soziale Ungleichheit, soziale Bewegungen, Geschlechterverhältnisse und Migrations- bzw. Rassismusforschung. Er verfasste für die Heinrich-Böll-Stiftung eine kritische Expertise zur antifeministischen Männerrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum (Berlin, 2012), die als eine der umfangreichsten bislang gilt. Seitdem setzt er sich intensiv mit deren Strukturen, Denkweisen und Strategien auseinander und hält zahlreiche Vorträge und Interviews. Zurzeit promoviert er über die Grenzarbeit undokumentierter Migrant_innen aus biographischer Perspektive.

FS-Tagung 023 klein

 

Hinrich Rosenbrocks Studie "Die antifeministische Männerrechtsbewegung: Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung" gibt es auf der Homepage der Heinrich Böll Stiftung gratis zum Herunterladen >>

 

 

Dr. Marina Gržinić: Feminist struggles, postcolonial thinking and the notion of decoloniality

What if we propose a radical (trans)feminism position that demands a pertinent decolonial turn of our human reality. To delink from coloniality as a contemporary form of historical colonialism means to make evident on one side the connection in between capital, power and labour, racism and discrimination and other forms of racist dehumanization including exploitation, extractions, and dispossessions. On the other, it means a possibility to expose new agencies and new forms of empowerment. It opens possibilities for different inter-linking of decolonial transmigrant and feminist positions.

Feminismus - Postkolonialismus - Dekolonialität

Was bedeutet eine radikal (trans)feministische Position und eine entsprechende dekoloniale Wende unserer menschlichen Realität?
Uns von Kolonialität als einer gegenwärtigen Form von historischem Kolonialismus zu trennen, bedeutet die Verbindung zwischen Kapital, Macht und Arbeit sichtbar zu machen, sowie zwischen Rassismus, Diskriminierung und anderen Formen von rassistischer Entmenschlichung, wie Enteignung und Ausbeutung (von Menschen und natürlichen Ressourcen). Es bietet sich aber auch die Gelegenheit neue Handlungsfelder und neue Formen von Empowerment zu zeigen. Dadurch werden andere Verbindungen und Auseinandersetzungen zwischen dekolonialen transmigrantischen auf der einen und feministischen Positionen auf der anderen Seite möglich.

Marina Gržinić ist Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien und forscht am Institut für Philosophie an der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Ljubljana. Gržinić arbeitet auch als freischaffende Medientheoretikerin, Kunstkritikerin und Kuratorin. Ihr neuestes Buch ist “Necropolitics, Racialization, and Global Capitalism Historicization of Biopolitics and Forensics of Politics, Art, and Life” gemeinsam mit Šefik Tatlić. In Zusammenarbeit mit Aina Smid hat Gržinić seit 1983 mehr als 40 Videokunstprojekte, Kurzfilme, Video- und Medieninstallationen und Websites produziert.
http://grzinic-smid.si/

FS-Tagung 026 klein

Screenshot: Tagungsdokumentation: Vortrag von Marina Gržinić
Tagungsdokumentation: Vortrag von Marina Gržinić

Deutsche Übersetzung des Vortrags "Feminismus - Postkolonialismus - Dekolonialität" von Marina Gržinić zum Jubiläum 30 Jahre Frauenservice bei der Tagung "feministische visionen quer denken", 16.10.2014, Graz

PDF 28.10.2014 0 B
Download: Tagungsdokumentation: Vortrag von Marina Gržinić
 

Dr. Claudia Neusüß: Theoretisch ist praktisch alles ganz anders - welches Wissen und welche Praxis wollen wir in der Welt sehen?

Die nationalen und internationalen Frauenbewegungen haben viel bewegt. In ihren oftmals projektförmigen oder stärker institutionalisierten (Gleichstellungs-)Praxen haben sie sich ausdifferenziert, pluralisiert und professionalisiert. Wie korrespondieren heute Theorie und Praxis? Am Beispiel der Berliner Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft wird eine Praxis zwischen feministischen Zielen und pragmatischer Umsetzung vorgestellt und diskutiert. (Wie) Können Wirtschaft und Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Fürsorge (Care) zusammengehen? Welche Rolle spielt dabei ein feministischer Kompass?

 

Claudia Neusüß ist Politik- und Organisationsberaterin mit einem Schwerpunkt auf Gender und Diversity. Sie berät Organisationen in strategischen und programmatischen Veränderungsprozessen, bietet als Dozentin und Trainerin passgenaue Qualifizierung für Fach- und Führungskräfte an und arbeitet weltweit an der Entwicklung innovativer Bildungskonzeptionen. Sie ist Mitgründerin der Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft eG , die in Berlin das größte europäische Gründerinnenzentrum aufgebaut hat. Sie ist ebenfalls Mitgründerin und Geschäftsführerin der compassorange GmbH, einer Agentur für zeitgemäße Personal- und Organisationsentwicklung, ebenfalls in Berlin. Als Autorin veröffentlicht sie seit 1990 zahlreiche Beiträge u.a. zur EU-Erweiterung, zu alternativer Ökonomie, Social Entrepreneurship, Gender Mainstreaming, Geschlechterdemokratie, Gender Diversity, Change Agency sowie zu innovativen Lernformen, wie dem Aufbau von learning communities.

IMG 0318 klein

 

 

Dr.in Daniela Jauk ist Soziologin mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung in Österreich und den USA, feministische Künstlerin und ehemalige Frauenbeauftragte der Stadt Graz (2002-2004). Sie forscht und arbeitet zu globaler sozialer Ungleichheit und zu Menschenrechten im Hinblick auf Geschlecht und Sexualität im Kontext der Vereinten Nationen. Sie gibt international Workshops, hält Vorträge und verfasst wissenschaftliche Beiträge, so etwa jüngst zum Thema Gewalt gegenüber Transgender-Personen. Derzeit ist Daniela Jauk Lehrbeauftragte an der Karl-Franzens-Universität Graz und an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

PA160012 klein

 

Zurück zur Tagungsdokumentation >>

Screenshot: feministische visionen quer denken
feministische visionen quer denken

Das Programm zum 30 Jahr Jubiläum des Frauenservice am 16.10.2014

PDF 19.08.2014 102.72 KB (nicht barrierefrei)
Download: feministische visionen quer denken